Preisträger 2024

Hermann Högg

Jahrzehntelanges soziales, kulturelles und musikalisches Engagement in Ludwigsfeld

Michael Steinhilber

23 Jahre Ausbildung, Betreuung und Nachwuchsförderung bei der Freiwilligen Feuerwehr Pfuhl

Albert Ade

29 Jahre Ausbildung, Betreuung und Nachwuchsförderung bei der Freiwilligen Feuerwehr Gerlenhofen

Behesta Merzaie

Aktive Hilfe für obdachlose Kinder und Erwachsene sowie Unterstützung von Krankenhäusern in Afghanistan

Esa Merzaie

Aktive Hilfe für obdachlose Kinder und Erwachsene sowie Unterstützung von Krankenhäusern in Afghanistan

Preisverleihung am 9. Juni 2024

Lieber Bernhard,
verehrte Vorstandschaft der Verborgenen Engel,
liebe Gäste,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

zunächst einmal besten Dank für die Einladung zu Ihrer heutigen Feierstunde.

Ohne den großen Einsatz Ihres Vereins „Verborgene Engel“ wäre es undenkbar immerhin seit 2013 jedes Jahr eine Feierstunde auf die Beine zu stellen, in der ehrenamtlich besonders engagierten Menschen gedankt wird und ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement für unsere Stadtgesellschaft gewürdigt wird. Es geht im Kern auch darum, Menschen die bisher „im Verborgenen“ eine tolle Leistung erbracht haben, öffentlich zu ehren.

Wir begrüßen als Stadt diese Form der Anerkennungskultur durch Ihren Verein. Sie ergänzen entsprechende Bemühungen der Stadt und teilweise gehen Sie noch darüber hinaus.

Ich war gestern als zweiter Vorstand bei der Mitgliederversammlung des TSV Pfuhl, die regelmäßig mit einer Jubilarehrung verbunden ist. Dort ehren wir zum einen nach Mitgliedsjahren, zum anderen ehren wir auch gezielt besonderes ehrenamtliches Engagement, zum Beispiel als Übungsleiter/in, Vereinsfunktionär und für besondere Leistungen. Von daher kann ich einschätzen, wie schwierig es für die „Verborgenen Engel“ sein muss, alles, was für die Ehrungen relevant ist, zusammenzutragen, zu bewerten, zu entscheiden und final angemessen zu ehren.

Ich bin überzeugt davon, dass es Ihnen in diesem Jahr wieder gelungen ist, hervorragende Persönlichkeiten und Organisationen auszuwählen und zu ehren.

Das Ehrenamt ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass wir die Entwicklung unserer Stadt Neu-Ulm weiterhin positiv beeinflussen können. Dieses ehrenamtliche Engagement kommt in besonderem Maße unserer Stadt und damit den Bürgerinnen und Bürgern unmittelbar zu Gute. Ohne dieses Engagement würden manche guten Dinge entfallen, weil sie von der Stadt nicht geleistet werden können. Deshalb wollen wir auch für die Ehrenamtlichen und für ein verstärktes Gesellschaftliches Engagement in der Öffentlichkeit werben.

Das Ganze sollte, liebe Freunde der „Verborgenen Engel“, ganz im Sinne von Theodor Heuss geschehen, dem ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, der einmal gesagt hat:

„Keine Demokratie verträgt ein ohne mich. Sie lebt von dem mit mir“.

In diesem Sinne nochmals besten Dank für das große Engagement, den „Verborgenen Engel“ für die Zukunft alles Gute.

Johannes Stingl

Sehr geehrter Herr Högg,
lieber Hermann,

Sie erhalten heute die Ehrung des Vereins Verborgene Engel Neu-Ulm e.V. für langjähriges, ehrenamtliches und freiwilliges Wirken. Ein Ziel des Vereins ist die Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements in Neu-Ulm, für Neu-Ulm und aus Neu-Ulm heraus. Dies geschieht, indem Ihr ehrenamtliches Tun gesehen wird, indem es wertgeschätzt wird, indem es gewürdigt wird.

Sie waren von 1997 bis April diesen Jahres Erster Vorstand der Chorgemeinschaft Ludwigsfeld. Zusammen mit einem effizienten Team gestalteten Sie über das reine Chorsingen hinaus zahllose Veranstaltungen, die das Ludwigsfelder Leben bereicherten. Zu erwähnen ist beispielhaft die jährliche, öffentliche Adventsfeier der Chorgemeinschaft, die immer sehr besinnlich mit Musik, Geschichten, dem gemeinsamen Singen, Kaffee und Kuchen gestaltet war. Die Gründung eines Projektchores und eines Mutter-Kind-Chores fallen ebenso in Ihre Amtszeit wie die jahrzehntelange Betreuung der Theatergruppe „Chormödie“, die bis vor wenigen Jahren zum Verein der Chorgemeinschaft gehörte.

Parallel dazu waren Sie über zehn Jahre Leiter der Tanzsportabteilung der Turn- und Sportfreunde Ludwigsfeld. Auch hier trugen Sie in vielen Veranstaltungen und Aktivitäten zum geselligen Ludwigsfelder Leben bei. Es gab den Gala-Ball, den Auftritt bei Jahresfeiern der Turn- und Sportfreunde, den Tanztee. Besonders die stimmungsvolle Gratulation der Chorgemeinschaft zur 60-Jahrfeier der Turn- und Sportfreunde bleibt in bester Erinnerung.

Selbstverständlich bewirkten Sie beim Singen und beim Tanzen, dass die regelmäßigen Probe- und Trainingsabende stattfinden würden. Und Sie sorgten bei allen Aktivitäten gerne für reibungslose Abläufe und gehaltvolle Stimmungen. Beides war Ihnen wichtig und trug Ihre ehrenamtliche, unentgeltliche Arbeit immer wieder zum Erfolg.

Die Chorgemeinschaft berichtet über den diesjährigen Wechsel der Vorstandschaft von Ihnen auf Achim Schmid, es sei „eine Ära zu Ende gegangen“. Sie selbst selbst sagten am Ende Ihrer Amtszeit, nach Ihrer Wahl damals 1997 habe eine Reise begonnen, die Ihr Leben geprägt habe. Wir dürfen annehmen, nicht nur Ihres. Denn Sie vermittelten in all den Jahren zahlreichen Sängern das „Glück, im Chor zu singen“, wie ein jüngst erschienener Buchtitel über die Welt der Chöre formuliert.

Tanz, Gesang, Musik sind Ihre Welt, an der Sie so viele Menschen teilhaben ließen. Vermutlich oft mit verborgenen Wirkungen bei den Aktiven. Das Buch aus der Welt der Chöre beschreibt dazu: Singen mache Freude, bereite gute Laune, steigere das Wohlbefinden, wirke entspannend, baue Stress ab, könne sogar Ängste und seelische Belastungen mindern; es wirke erhebend, befreiend, beglückend und sorge für einen klaren Kopf. Sie sorgten 29 Jahre lang für einen Rahmen, in dem das alles geschehen konnte. So gesehen sind Sie ein Verborgener Engel.

Dr. Bernhard Maier

Liebe Jugendwartinnen und Jugendwarte,
liebe Feuerwehrfamilie,
verehrte Gäste,

heute feiern wir eine Gruppe, ohne die die Feuerwehr Neu-Ulm in ein paar Jahren ziemlich alt aussehen würde und irgendwann die Einsätze mit Rollatoren anfahren und die Schläuche mit Lesebrillen kuppeln.

Wir feiern eine Gruppe Menschen, die eine ganz besondere Mischung aus Mut, Geduld und Nervenstärke besitzen. Menschen, die freiwillig mit Jugendlichen arbeiten – und das nicht nur einmal, sondern Woche für Woche. Menschen, die wissen, wie man Schläuche rollt, Knoten bindet und gleichzeitig pädagogisch wertvoll bleibt, selbst wenn die halbe Gruppe gerade versucht, den Verteiler als Sitzgelegenheit zu benutzen.

Kurz gesagt: Wir feiern unsere Jugendwartinnen und Jugendwarte.

Wer Jugendwart ist, braucht drei Dinge:
– Fachwissen,
– pädagogisches Geschick,
– und die Fähigkeit, ruhig zu bleiben, wenn plötzlich jemand ruft: „Ich hab aus Versehen den Hydranten aufgemacht!“

Ihr seid Ausbilder, Motivatoren, Organisatoren, Seelentröster, Animateure und manchmal auch Schiedsrichter in hitzigen Diskussionen darüber, wer den letzten Schluck Spezi bekommt. Ihr bringt jungen Menschen bei, Verantwortung zu übernehmen – und gleichzeitig, dass man beim Zeltlager niemals, wirklich niemals, ohne Ersatzsocken anreist.

Ihr wisst, wie man Jugendliche begeistert, selbst wenn es regnet, stürmt oder die Übung „nur“ Knoten wiederholen ist. Und ihr wisst, wie man mit einem einzigen Blick sagt: „Ich sehe ALLES“, ohne ein Wort zu verlieren.

Die Jugendfeuerwehr wäre ohne euch wie ein Löschfahrzeug ohne Wasser: beeindruckend, aber nicht wirklich einsatzbereit. Ihr sorgt dafür, dass aus neugierigen Jugendlichen verantwortungsbewusste Feuerwehrleute werden – und manchmal auch dafür, dass sie nach der Übung nicht aussehen wie Teilnehmer eines Schlammlaufes.

Und das Beste: Ihr macht das alles ehrenamtlich, mit Herz, Humor und einer Engelsgeduld, die selbst erfahrene Einsatzleiter staunen lässt.

Darum sagen wir heute:

Danke, dass ihr die Zukunft der Feuerwehr nicht nur ausbildet, sondern auch zusammenhaltet, motiviert und manchmal liebevoll bändigt.

Ihr seid die Heldinnen und Helden hinter den zukünftigen Heldinnen und Helden.

Und wenn es einen Orden für „pädagogische Tapferkeit im Dienst der Nachwuchsgewinnung“ gäbe – ihr würdet ihn alle bekommen.

In diesem Sinne: Bleibt so engagiert, so humorvoll und so unerschütterlich wie bisher. Denn ohne euch wäre die Feuerwehr von morgen nur halb so gut – und die Jugendfeuerwehr nur halb so lustig.

Wasser marsch – aber bitte nicht auf die Jugendwarte.

Herzlichen Dank und herzlichen Glückwunsch!

Siegfried Meßner